Die 4 Säulen im Detail

Augenbeweglichkeit

Starres und lang andauerndes konzentriertes Sehen – zum Beispiel bei der Arbeit am Computer – kann das sensible Zusammenspiel Ihrer zwölf äußeren Augenmuskeln stören. Dadurch werden sie weniger gut beweglich. Die Folge: Das scharfe Sehen wird schwieriger und anstrengender.

Beidseitiges Sehen

Durch unterhaltsame Stereogramme und 3D-Bilder wissen wir, dass räumliches Sehen entsteht, indem unser Gehirn das Bild des rechten und des linken Auges überlagert. Doch wussten Sie, dass zum räumlichen Sehen nicht unbedingt beide Augen notwendig sind? Das Gehirn ist in der Lage, auch aus Erfahrungswerten einen räumlichen Eindruck abzuleiten.
Beispiel Computer-Arbeit: bei vielen Menschen fixiert nur eins der Augen die Bildschirmfläche, während das andere unbemerkt „vorbeischielt“. Der Monitor wird also nur zweidimensional und von einem Auge scharf wahrgenommen. Das Gehirn versucht permanent, diesen Sehfehler auszugleichen und ein echtes Raumsehen zu ermöglichen – mit viel Energie, die für andere Tätigkeiten fehlt. Dieses anstrengende Sehen kann zu trockenen Augen führen.

Sehschärfe

Wir sehen scharf, indem wir ein Objekt durch Augenbewegungen anvisieren und durch unsere inneren Augenmuskeln mittels der Augenlinse fokussieren. Das Objekt  wird scharf umrandet auf dem mittleren Bereich unserer Netzhaut abgebildet. Wird das scharfe Sehen aber von Zeit zu Zeit nicht wieder entspannt und auf „unscharf“ gestellt, verkrampfen sich die beteiligten Augenmuskeln. Ein lebendiges Wechselspiel zwischen nahem und fernem sowie scharfem und unscharfem Sehen ermöglicht dagegen stressfreien, guten Blick.

Wahrnehmung

Sehen ist viel mehr als scharfes Erkennen von Dingen. Es ist auch das Wahrnehmen von Formen, Farben, Bewegung, Kontrasten und Lichtverhältnissen. Beim Sehen sind nicht nur die Augen in Aktion - Sehen ist auch eine Gehirnleistung: Informationen sammeln, analysieren, verbinden, erinnern – all dies wird ermöglicht durch ein enges Zusammenspiel unserer Augen mit unserem Gehirn.

Um die vielen unterschiedlichen Sehaufgaben zu bewältigen, hat unser Gehirn neuronale Netzwerke ausgebildet. Diese Nervenverbindungen im Gehirn verarbeiten unsere visuellen Eindrücke. Stark benutzte Verbindungen führen zu immer größeren Netzwerken und damit zu einer verbesserten Wahrnehmung. Umgekehrt verkümmern wenig genutzte neuronale Verbindungen, wodurch sich langfristig die Sehleistung und Wahrnehmung verschlechtern kann.

Bei monotonem Sehen im Nahbereich, dem sogenannten „Tunnelblick“, werden nur wenige Sehnerven und kleine Areale im Gehirn beansprucht. Das ermüdet und überfordert manche Hirnbereiche, während andere unterfordert sind. In beiden Fällen besteht die Gefahr, dass die Areale ihre Funktion immer weniger ausüben.